
Der Betonblock sieht aus wie ein Bauwerk der Stadtwerke. Tatsächlich handelt es sich jedoch um die Überreste eines Nazi-Bunkers am Eckernförderplatz
Schnellinfo
Unter dem NS-Regime entstand die Wasserschutzpolizei durch den Zusammenschluss der Küstenwache mit anderen Polizeieinheiten des ehemaligen Deutschen Reiches. Sie sorgte für Ordnung auf den Flüssen und Kanälen Berlins. Während des Zweiten Weltkriegs errichtete sie einen Bunker am Eckernförderplatz.
Der Bunker steht dort bis heute.
Der Park am Eckernförderplatz
Der Eckernförderplatz ist ein unscheinbarer, dreieckiger Platz in Wedding, der von der Sylterstraße, der Seestraße und dem Kanal, der den Westhafen mit dem Nordhafen verbindet, begrenzt wird.
In den späten 1920er Jahren wurde das Gebiet von Handwerkern und kleinen Betrieben genutzt. Der Eckernförderplatz war voller Lagerhäuser, Ställe und kleiner Garagen.

Dies änderte sich 1936, als die Nationalsozialisten eine umfassende Neugestaltung des Platzes planten. Die Mieter wurden zwangsgeräumt, und die Lagerhäuser und Stallungen sollten abgerissen werden.
Der Zweite Weltkrieg durchkreuzte diese Pläne, sodass die Wasserschutzpolizei in einem neu errichteten unterirdischen Bunker Quartier bezog, der sie vor den Bombenangriffen der Alliierten auf Berlin schützen sollte.

Foto: Chrissie Sternschnuppe@Flickr. CC BY-SA.
Im Inneren des Bunkers am Eckernförderplatz
Der Bunker ist ziemlich klein, besteht aus vier Räumen und ist für etwa 50 Personen ausgelegt.
Zwei Räume dienen als Gasschleusen und bilden eine Barriere zwischen Außen- und Innenbereich. Diese Gasschleusen verhindern, dass Rauch oder giftige Gase in den Schutzraum gelangen.
Außerdem gibt es einen kleinen Raum zur Überwachung der Hauptgasschleuse und des Schutzraums selbst, der bei einem Luftangriff Platz für bis zu 50 Personen bietet. Die nicht überwachte Gasschleuse ermöglicht den Zugang zu einem Notausgang, der sich am anderen Ende des Bunkers befindet.
Aber du musst mir einfach glauben.
Beschädigt und versiegelt
Im Laufe der Jahre war der Bunker Einbrüchen und Vandalismus ausgesetzt. Er blieb lange Zeit verschlossen, und es gibt kaum bis gar keine Aufzeichnungen darüber.
Seit Herbst 2024 unterliegt das Gebiet weiteren Zugangsbeschränkungen, da es als Lebensraum für eine der zahlreichen Fledermauskolonien Berlins dient. Mehrere Fledermausarten stehen unter deutschem Naturschutz.
Kurz bevor der Bunker vollständig verschlossen wurde, erhaschte ich einen flüchtigen Blick auf die beschädigte Treppe, die zur Hauptgasschleuse führte.

Foto: Chrissie Sternschnuppe@Flickr. CC BY-SA.
Der Eingang zum Bunker ist leicht zu finden. Der Eckernförderplatz wurde in einen Park umgestaltet, und wenn man den Hauptweg entlangschlendert, fällt einem der Eingang, der praktischerweise direkt daneben liegt, schnell ins Auge.
Außer dem, was auf den Fotos zu sehen ist, gibt es kaum noch etwas zu entdecken, doch am Eckernförderplatz wartet ein Geheimtipp auf dich.
Hinter dem Bunker-Eingang, wenn man sich durch die Brennnesseln bahnt und tiefer ins Dickicht vordringt, stößt du auf eine verschobene Statue.

Standort:
Eckernförderplatz
Sylterstraße, Seestraße
10553 Berlin
Familienfreundlich: Ja
Preis: Kostenlos
