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Denkmal für die erste LGBT-Organisation

Denkmal für die erste Schwulenrechtsbewegung

Die weltweit erste LGBT-Organisation wurde in Berlin gegründet. Heute erinnert ein farbenfrohes Denkmal in der Nähe des Reichstagsgebäudes daran.

Mehr als siebzig Jahre vor den Stonewall-Unruhen entstand in Berlin die weltweit erste LGBT-Organisation.

Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee wurde 1897 in Berlin vom Arzt Magnus Hirschfeld gegründet. Das Komitee hatte sich zum Ziel gesetzt, die Verfolgung homosexueller Menschen zu beenden und die gesellschaftliche Anerkennung sowie die Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender-Personen zu fördern.

Magnus Hirschfeld leitete das Institut für Sexualwissenschaft, wo er bahnbrechende Studien zu Geschlecht und Sexualität durchführte. Als schwuler Mann zeigte Hirschfeld in seinen Forschungen, dass Geschlecht nicht streng binär ist und dass Transgender-Sein eine angeborene Eigenschaft ist.

Institut für Sexualwissenschaft
Postkarte mit einem Bild der “Villa Joachim” im Tiergarten, in der Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft untergebracht war.

Das Motto des Ausschusses lautete Per scientiam ad justitiam, was so viel bedeutet wie „Durch die Wissenschaft zur Gerechtigkeit“, und er nutzte Hirschfelds Forschungsergebnisse, um Einfluss auf die deutschen Behörden auszuüben.

Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee konzentrierte sich in erster Linie auf den berüchtigten § 175 des Strafgesetzbuches, der männliche Prostitution und sexuelle Beziehungen zwischen Männern unter Strafe stellte.

Der Ausschuss stützte sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, um zu begründen, dass der Absatz gestrichen werden sollte, und betonte, dass Homosexualität weder eine Krankheit noch ein Zeichen moralischen Verfalls sei.

Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee gab zudem Aufklärungsbroschüren zum Thema Sexualerziehung heraus, darunter eine Broschüre mit dem Titel „Was soll das Volk vom dritten Geschlecht wissen?“.

Der Begriff „drittes Geschlecht“ wurde von Magnus Hirschfeld geprägt, um Personen zu beschreiben, die sich durch Verhaltensweisen und Kleidung ausdrückten, die typischerweise dem anderen Geschlecht zugeordnet werden, also das, was wir heute als Transgender-Personen bezeichnen.

Broschüre über das dritte Geschlecht.

Zu seiner Blütezeit zählte das Komitee über 700 Mitglieder, die auf Ortsgruppen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden verteilt waren. Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee wurde im Juni 1933 aufgelöst, nur fünf Monate nach Hitlers Machtübernahme in Deutschland.

Aufruf an die Mitglieder zur Auflösung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees am 8. Juni 1933.
Aufruf an die Mitglieder zur Auflösung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees am 8. Juni 1933.

Hitler und das NS-Regime behaupteten, Homosexualität sei eine jüdische Verschwörung. Infolgedessen wurde die Berliner LGBT-Gemeinschaft gewaltsam unterdrückt. Viele Menschen wurden verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Hirschfeld, der jüdischer Herkunft war, floh nach Paris und starb 1935 an seinem Geburtstag an einem Herzinfarkt.

Das Denkmal für das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee steht am Ufer der Spree. Gegenüber, an der Ecke In den Zelten und Beethovenstraße, befand sich einst das Institut für Sexualwissenschaft. Die Villa wurde bei Luftangriffen im November 1944 zerstört, und die Adresse existiert seitdem nicht mehr.

Denkmal für die erste LGBT-Organisation.
Das Denkmal mit seinen sechs Lilien und zwei Informationstafeln.
Foto: Chrissie Sternschnuppe@Flickr. CC BY-SA

Das 2017 errichtete Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung besteht aus sechs Calla-Lilien, von denen jede eine Farbe des Pride-Regenbogens repräsentiert. Die Calla-Lilie ist insofern einzigartig, als eine einzelne Pflanze sowohl männliche als auch weibliche Blüten trägt und damit die Einheit von Geschlecht und Sexualität in der Natur symbolisiert.

Zwei weitere Tafeln erzählen die Geschichte des Wissenschaftlich-humanitären Komitees und stellen neben Magnus Hirschfeld jene Personen vor, die die weltweit erste Organisation für die Rechte von Homosexuellen gegründet haben.

The Memorial to the First Homosexual Emancipation Movement, Berlin

Standort:
Entlang des Magnus-Hirschfeld-Ufers
10557 Berlin

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Familienfreundlich: Ja
Preis: Kostenlos

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