
Die Neue Reichskanzlei wurde nach dem Krieg abgerissen. In Berlin kann man jedoch noch immer einen Blick auf die Überreste werfen
Im Jahr 1938 ordnete Adolf Hitler den Bau der Neuen Reichskanzlei an, die ihm als Amtssitz dienen sollte. Die von Albert Speer, dem Chefarchitekten des NS-Regimes, entworfene Neue Reichskanzlei sollte die Macht und den Ruhm Deutschlands verkörpern.
Die Bauarbeiten dauerten zwei Jahre und führten zu einem beeindruckenden, 427 Meter langen Gebäude an der Voßstraße im Regierungsviertel.
Der Gebäudekomplex wurde im unverwechselbaren Stil der nationalsozialistischen Architektur entworfen. Sein Herzstück bildete die prunkvolle “Diplomatenroute”, ein imposanter, 300 Meter langer Korridor, der sich vom Ehrenhof über einen Vorraum, mehrere prächtige Säle und die Marmorgalerie erstreckte und schließlich in Hitlers privatem Arbeitszimmer gipfelte.

Unbekannter Fotograf@Bundesarchiv, Bild 146-1985-064-24A. CC BY-SA.
Der Abriss der Neuen Reichskanzlei
Der Krieg hinterließ jedoch Spuren an Hitlers pompöser Residenz.
Luftangriffe der Alliierten und Artilleriefeuer der Roten Armee beschädigten die Neue Reichskanzlei. Zwar hätte sie repariert werden können, doch die sowjetischen Besatzer weigerten sich, ein so mächtiges Symbol für Hitlers und Speers Selbstverständnis von Macht und Ruhm zu erhalten.
Im Jahr 1949 wurde Hitlers Amtssitz abgerissen und verschwand aus dem Blickfeld, bis er 2008 unerwartet wieder auftauchte.
Hitlers Fenster
Bei den Aushubarbeiten für das Fundament eines neuen Gebäudes an der Kreuzung von Voßstraße und Ebertstraße wurden Fragmente eines Fensterabschnitts aus der Neuen Reichskanzlei freigelegt.
Die Fensterscherben liegen nun symbolisch als Zeichen für das Ende von Hitlers Drittem Reich auf dem Blochplatz im Ortsteil Gesundbrunnen.

Rechts: Im Sommer sind die Fragmente von Sträuchern und Laub überwuchert und daher kaum zu erkennen.
Foto: Chrissie Sternschnuppe@Flickr. CC BY-SA.
Es ist unklar, aus welchem Flügel oder Stockwerk des riesigen Gebäudes die Fragmente stammen. Möglicherweise gehörten sie jedoch zu einem der Privatzimmer des Führers und waren somit Hitlers Fenster.
Die Neue Reichskanzlei in der Anton-Wilhelm-Amo-Straße
Es wird gemunkelt, dass Marmor aus der Neuen Reichskanzlei für den Wiederaufbau der U-Bahn-Station Anton-Wilhelm-Amo-Straße sowie für den Bau der drei sowjetischen Kriegsdenkmäler im Tiergarten, im Treptower Park und in der Schönholzer Heide wiederverwendet wurde. Diese Behauptung ist jedoch weder bestätigt noch widerlegt.

Standort:
Blochplatz
Die Ecke Badstraße/Böttkerstraße in Gesundbrunnen
Familienfreundlich: Ja
Preis: Kostenlos

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